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Hebammen


Die Aufgabe der Hebamme besteht darin, die Frau während Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit zu betreuen und zu beraten. Zu ihrem Tätigkeitsfeld gehören Aufklärung und Beratung in Fragen der Familienplanung, Schwangerschaftsvorsorge, Geburtsvorbereitung, Geburtshilfe (Entbindung, zum Teil Hilfeleistung/Betreuung insbesondere bei späten Schwangerschaftsabbrüchen, Fehl- und Totgeburten), Betreuung im Wochenbett (Überwachung der Rückbildungsvorgänge, Hilfe beim Stillen), Rückbildungsgymnastik und Beratung zur sachgemäßen Pflege und Ernährung des Neugeborenen.

Sie kann sowohl frei praktizieren, als auch in Kliniken angestellt sein. Außerdem kann sie, wenn sie freiberuflich tätig ist, als Beleghebamme tätig sein. Dabei arbeitet sie, vergleichbar mit Belegärzten, auf eigene Rechnung in einer Klinik. Ein wachsender Arbeitsbereich ist die Schwangerschaftsvorsorge z. T. in Kooperation mit Frauenärztinnen und -ärzten in einer Praxisgemeinschaft.

Es besteht laut § 4 Abs. 1 Satz 2 Hebammengesetz (HebG) die Hinzuziehungspflicht einer Hebamme, das heißt, ein Arzt darf im Normalfall keine Geburt ohne Hebamme durchführen. Eine Hebamme darf dagegen eine normale Geburt völlig selbstständig ohne Arzt durchführen.

Viele Hebammen wenden heutzutage alternative Behandlungsmethoden wie Akupunktur und Homöopathie zur Schmerzbehandlung, Beschwerdenbehandlung und auch während der Geburt an, was unter Umständen zu einer Schonung von Mutter und Kind führen kann.

Da die Geburt und das Mutter-Kind-Verhältnis eine der wichtigsten und tiefgreifensten Änderungen im Leben einer Frau bzw. eines Paares ist, die oft zu vielseitigen Problemen führt, kommt auf Hebammen oft auch eine psychologische Verantwortung zu, weshalb sich viele Hebammen auch auf diesem Gebiet weiterbilden. Insbesondere gibt es in diesem Bereich das Wiederaufbrechen verdrängter Traumata bei den Müttern. Hier wird von der Hebamme viel Fingerspitzengefühl verlangt. Bei einem gestörten Verhältnis zur eigenen Mutter sehen viele Frauen in der Hebamme eine Art Ersatzmutter und zugleich engsten Freundin, was für die Hebamme eine Abgrenzung nicht leicht macht. Oft muss auch analysiert werden, warum es zu Schreikindern kommt, und von der Hebamme erwartet man eine Ersteinschätzung, ob hier eine Weiterbehandlung durch eine Schreiambulanz notwendig ist.

Auch auf dem Gebiet der Ernährungsberatung nimmt die Bedeutung der Hebamme immer mehr zu. Die vielseitigen Erfahrungen durch den Besuch unterschiedlichster Familien ermöglichen eine gute Beratung der Frauen.

Ausbildung

Es gibt in Deutschland 58 Hebammenschulen, die jeweils an eine Klinik angeschlossen sind. Die Ausbildung dauert drei Jahre und besteht aus einem Theorie- und einem Praxisteil. Der schulische Theorieteil besteht u. a. aus Geburtshilfe, Anatomie, Physiologie und Pädiatrie. Der praktische Teil der Ausbildung findet hauptsächlich in der Klinik im Kreißsaal, auf der Wochenstation, in der Kinderklinik und im Operationssaal statt. Einer Krankenschwester ist es möglich, die Ausbildung auf zwei Jahre zu verkürzen.

Die Ausbildung endet mit dem staatlichen Examen. Dieses Examen besteht aus je einer mündlichen, schriftlichen und einer praktischen Prüfung (unter anderem der Examensgeburt). Voraussetzung für die Ausbildung ist ein Hauptschulabschluss mit mindestens zweijähriger Berufsausbildung oder die mittlere Reife. Dies sind allerdings nur die gesetzlichen Mindestvoraussetzungen, in der Praxis haben sehr viele Hebammenschülerinnen Abitur.

Im Jahr 2010 wird Deutschland sich an die EU angleichen müssen. Dies bedeutet, dass die Hebammenausbildung dann nicht mehr wie bisher stattfinden könnte, sondern dass der theoretische Unterricht von den beruflichen Schulen auf die Fachhochschulen übergehen könnte. Dies bedeutet dann nicht nur ein längere Ausbildungs- oder Studienzeit von neun Semestern, sondern auch einen höheren Theorieanteil der Ausbildung als bisher.

Als spezielles Aufgabengebiet für Hebammen gibt es die Betreuung von Familien mit medizinischen und /oder sozialen Risikofaktoren. Diese Hebammen nennen sich dann "Familienhebammen" und betreuen ausschließlich minderjährige Mütter, Familien mit Gewaltproblematik, Familien mit Suchtproblemen, psychisch kranke Mütter etc. Diese Hebammen werden seit 2006 in Fortbildungslehrgängen (auf Bundesländerebene) auf ihre zusätzlichen Aufgaben vorbereitet. Sie sind bei Gesundheitsämtern, Trägern freier Wohlfahrtspflege, Stiftungen etc. angestellt oder arbeiten freiberuflich auf Honorarbasis als Mitarbeiterinnen des Jugendamtes.

Die Ausbildung zur Hebamme / zum Entbindungspfleger dauert in der Regel drei Jahre und schließt mit einer staatlichen Prüfung ab. Bei Krankenschwestern verkürzt sich die Ausbildungszeit auf zwei Jahre. Eine Ausbildung ist derzeit nur an staatlich anerkannten Schulen, die an eine oder mehrere Kliniken angeschlossen sind, möglich. Zu den Ausbildungsinhalten gehören sowohl theoretische als auch praktische Anteile. Die Arbeit einer freiberuflichen Hebamme lernen Schülerinnen allerdings bisher nur in einem zwei- bis vierwöchigen Externat kennen. Deshalb ist ein Praktikum bei einer selbstständigen Hebamme nach der Ausbildung sehr zu empfehlen, insbesondere, wenn Hausgeburten angeboten werden sollen. Informationen zu freiberuflichen Hebammen, die Externats- und Praktikumsplätze anbieten, erteilt unsere Geschäftsstelle. Über den genauen Ausbildungsverlauf und die Vergütung, die sich nach den gültigen Tarifverträgen richtet, informieren Arbeitsämter und Hebammenschulen

Vorsorgeuntersuchungen durch die Hebamme

Hebammen und Ärzte prüfen im Prinzip die selben Parameter ab, haben aber dabei eine andere Vorgehensweise. Sie halten dabei beide die Richtlinien und Empfehlungen zur Schwangerenvorsorge ein, die durch die Mutterschaftsrichtlinien vorgegeben sind. In beiden Fällen werden dabei alle im Mutterpass vorgeschriebenen Routineuntersuchungen durchgeführt - inklusive der notwendigen Laboruntersuchungen.

Bei der körperlichen Untersuchung setzt die Hebamme alle Sinne ein: Sie tastet den Bauch ab und „erfühlt“, ob das Kind ausreichend wächst und welche Lage es hat. Den kindlichen Herzschlag hört sie mit dem für Hebammen typischen Hörrohr – auch das CTG kommt zum Einsatz. Dieser auf ein Minimum reduzierte Einsatz technischer Geräte hat für Eltern auch Vorteile. Denn wer das Vorgehen der Hebamme genau studiert, kann sich davon einiges abgucken und die eigene Körperwahrnehmung schulen.

Weiterer Unterschied zur ärztlichen Untersuchung: Hebammen führen keine Ultraschalluntersuchungen durch. Dafür werden Frauen, die Ihre Vorsorge bei der Hebamme durchführen lassen, dann von der Hebamme an einen Gynäkologen überwiesen. Auch Verfahren der pränatalen Diagnostik können nur vom Frauenarzt angewandt werden.

Eine Vorsorgeuntersuchung bei der Hebamme läuft in vertrauter und privater Atmosphäre ab, entweder in der Hebammenpraxis oder bei der Schwangeren zu Hause. Gerade Frauen, die bereits ein kleines Kind haben, wissen die Tatsache zu schätzen, dass die Hebamme für die regelmäßigen Untersuchungen zu ihr nach Hause kommen kann. Prinzipiell gilt: Hören Sie in sich hinein und wählen Sie die Art der Vorsorge, mit der Sie sich wohl fühlen und die Ihnen und Ihrem Naturell am besten entspricht.